Kalkriese
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Wenn man
sich mit der Varusschlacht generell auseinandersetzt, so ist an
Kalkriese kein Vorbeikommen möglich, ohne diesen Ort in die Überlegungen zu den einstmaligen
Geschehnissen mit einzubeziehen. Um es
hier schon vorwegzunehmen, in der Niewedder Senke bei Kalkriese hat sich
einstmals mit Sicherheit eine Arminiusschlacht zugetragen. Nur um
welche der verschieden Schlachten die Arminius gegen die Römer austrug es sich
im Genauen handelt, darüber streiten sich die Gelehrten heute mehr denn je. Für
einen großen Teil der
Wissenschaft ist hier der Ort der Varusschlacht, der die Entscheidung
über die Niederlage der drei Legionen unter Varus brachte. Andere vermuten hier
einen Nebenschauplatz der Varusniederlage, auf dem nur ein getrennt
operierender Teil des Römerheeres niedergemacht wurde. Wieder andere
glauben fest daran, dass Legionäre des Germanicus sich an diesem Ort
einen Kampf mit dem Germanenheer unter Arminius geliefert haben, und von
diesen wollen einige an diesem Durchlass die Pontes Longi lokalisieren
bei denen Caecina mit seinen Legionen im Jahr 15 in arge Bedrängnis
geriet. Und wenige vermuten, dass dieser Ort erst in Verbindung mit dem Germanicusfeldzug im Jahr 16 bei den Auseinandersetzungen am
Angrivarierwall zusammenhängt. Und es gibt Menschen die sind felsenfest
davon überzeugt, dass sich in diesem Tal mehrere Schlachten der Römer
zu verschiedenen Zeitabschnitten überlagert haben.
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Google Ansicht Kalkriese:
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Schon der mit dem Nobelpreis für
Literatur dekorierte Althistoriker Theodor Mommsen
plädierte 1885 in seinem Werk „Die Örtlichkeit der Varusschlacht“ für
die Niederlage der Varuslegionen in der Niewedder Senke. Dort wurden bis
zu diesem Zeitpunkt mehrmals römische Münzen gefunden, die für ihn als
Beweis seiner Behauptung aussagekräftig genug waren, um jenes Ereignis
an diesem Ort zu lokalisieren. Da es sich aber bei den Fundmünzen vor
allem nur um Gold und Silbermünzen handelte jedoch das Kleingeld der
Legionäre, die Kupferasse, fast vollständig fehlten zählte seine
Theorie nur als eine unter vielen diskutierten Schlachtortvermutungen.
Das änderte sich grundlegend als der Britische Major Tony Clunn 1985 bei
der Prospektion des Geländes mit einem Metalldetektor drei römische
Schleuderbleie entdeckte. Dieser Fund ließ die Wissenschaft aufhorchen,
denn diese Schleuderbleie nährten die Annahme, dass hier einstmals
Kampfhandlungen mit den Römern stattgefunden haben könnten. Bei den
darauf eingeleiteten intensiven archäologischen Ausgrabungen kamen dann
auch neben den von vielen Varusforschern geforderten Kupferassen, viele
Fundstücke römischer Militaria ans Tageslicht. Seit 1987 entdeckten die
an der Ausgrabung beteiligten Archäologen über 3000 Fundstücke, darunter
als herausragendes Exemplar die Maske eines Gesichtshelmes die
eindeutig den einstmaligen Kampf eines römischen Heeres belegen.
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Theodor Mommsen |
Des
weiteren lokalisierten die Ausgräber mehrere Erdwälle, die am Fuß des Kalkrieser
Berges nach der Aussage der beteiligten Ausgräber von Germanen erbaut wurden,
und die in Verbindung mit den dort stattgefundenen Kampfhandlungen gestanden
haben müssen. Schon früh erlag man dem Gedanken diesen Kampfplatz mit dem Ort
der Varusschlacht in Verbindung zu bringen. Denn hier hatte man erstmalig und
bisher einmalig ein antikes Schlachtfeld auf rechtsrheinischem Boden entdeckt,
und so lag die Versuchung griffbereit hier den vielgesuchten Ort der
Varusschlacht zu lokalisieren. Mit großem finanziellen Aufwand und
wissenschaftlich propagierten
Nachdruck wird seitdem von Seiten der an der Ausgrabung beteiligten
Archäologen versucht, diese Gegend in der Niewedder Senke der
Öffentlichkeit als den viel gesuchten Ort zu präsentieren, wo Varus mit
seinen Legionen dem Untergang entgegen zog. Zur Untermauerung ihrer These dienen
einige histographische Quellenangaben, sowie die Zusammensetzung der Fundmünzen
und weitere hinweisende Indizien. Im Moment gestaltet sich die Situation derart,
dass der Großteil der interessierten Allgemeinheit, aufgrund der vorherrschenden
wissenschaftlichen Aussagen, die Varusschlacht bei
Kalkriese als Wahrscheinlichste aller Varianten ansieht, und widersprüchliche
Ansichten mangels belegbarer Gegenbeweise zu selten wahr genommen
werden. An dieser Stelle soll auf einige gravierende Widersprüche und Mängel in
der Kalkriese- Varusschlachttheorie hingewiesen werden, wo von Seiten der
beteiligten Historiker in Kalkriese versucht wird, die derzeitige Fundsituation in den
historischen Kontext einzupressen oder diese Überlieferungen für ihr verbreitetes Szenario
zurechtzubiegen.
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